Methoden

Management 3.0 – Agile Leadership Practices in Deutschland lernen

Agiles Management ist ein häufig übersehener Teil agilen Vorgehens. Es gibt viele verfügbaren Informationen über agile Softwareentwicklung, agiles Testen und agiles Projektmanagement, aber wenig konkrete Praktiken für Entwicklungs- und Teamleiter. Unabhängig davon müssen auf dem Weg zum agilen Unternehmen aber nicht nur  Entwickler, Tester und Projektmanager neue Praktiken lernen. Auch Entwicklungs- und Teamleiter müssen eine solche neue Herangehensweise zur Führung und Steuerung agiler Organisationen lernen.

Mehrere Studien identifizieren, dass das traditionelle Management das grösste Hindernis bei der Einführung agiler Softwareentwicklung ist. Entwicklungsleiter und Teamleader dürfen also neu erfahren, was ihre Rolle in der agilen Organisation ist.

Jürgen Appelo hat sich seit einigen Jahren mit genau diesem Thema in seinem bekannten Blog auseinandergesetzt, im Buch “Management 3.0″ sowie den gleichlautenden Kursen seine Erkenntnisse aus seiner eigenen Zeit als Manager einer großen agilen Firma in den Niederlanden veröffentlicht.

Zweimal hatte ich im vergangenen Jahr die Gelegenheit, Jurgen in seinen Kursen zu besuchen und bin zu der Überzeugung gekommen, dass die Denkweisen und Werkzeuge, die er entwickelt hat, vielen Führungskräften im 21. Jahrhundert helfen können, professionell und erfolgreich in komplexen Umgebungen zu arbeiten. Daher biete ich in Kooperation mit Jurgen als offizieller Trainer in diesem und den kommenden Jahren offene Management 3.0 Kurse in Deutschland an.

Wenn auch Sie sich diesem Thema intensiver widmen möchten, finden Sie vieles dazu in Jurgen Appelos Buch und in meinen Kursen.

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Eine Rückschau: Agile Breakfast Konstanz – Teamcharta

Es war eine außergewöhnliche Einladung – @scrumphony hatte mich im Sommer gefragt, ob ich Lust hätte bei der Scrum User Group Lake Constanz zu sprechen. Die hatte ich.

In der ruhigen und winterlichen Kulisse empfing uns der Bodensee in einer der schönsten Locations, in denen ich bisher gesprochen habe: Ein renovierter Wasserturm, direkt am Ufer des Sees, im obersten Stockwerk mit zwei ausgebauten Räumen versehen, die wir nutzen konnten.

Wie wir zu Beginn meines Vortrags schnell feststellten, war jedoch keiner wegen des Gebäudes hier. Die unterschiedlichen Motivationen der Gäste im vollständig belegten Raum erfassten wir vorneweg (siehe Bild).

Ein Anliegen meines Vortrags sollte es sein, Bewußtheit für die Andersartigkeit von Menschen zu schaffen und den Hintergrund von Konflikten zu thematisieren.

Als Lösungsangebot konnten die Zuhörer die Teamcharta für Scrum Teams und das Harvard Verhandlungsmodell als Inspiration, um strittige Situationen besser behandeln zu können kennenlernen.

 

Eine Teamcharta ist ein gemeinsam erstelltes Dokument, welches diese Teile enthalten kann:

•  Rollen (Wer gehört zum Team, in welcher Funktion?)
•  Verantwortlichkeiten (Wer darf was?)
•  Prozessvereinbarungen (Wie lange ist unsere Iteration?)
•  Regeln des Zusammenlebens (Handys aus im Meeting?)
•  Meetingzeiten (Wann ist das Daily Scrum?)
•  Technische Vereinbarungen (Testgetrieben? Testcoverage?)

Gerne verwende ich ein Mindmap-Diagramm, um alle Aspekte optisch ansprechend abzubilden. Der Ausdruck gehört dann an die Wand des Teamraums.

Die rege Diskussion um den Einsatzbereich des Werkzeugs im Anschluß des Vortrags machte Spaß und mündete darin, dass eine Teamcharta für sehr gute Teams das Zusammenfinden erleichtert, normale Teams am meisten profitieren und schwierige Teams, also solche mit nicht aufgearbeiteten Problemen auf der Beziehungsebene der Mitglieder, mit einer Teamcharta so deutlich auf den Konflikt gestoßen werden, dass man sich den Einsatz vorher gut überlegen darf.

Ansonsten gilt: Alles kann, nichts muss. Gestaltet das Dokument so, wie es für das Team funktioniert und Konsenz und Dissenz werden transparent. Ein weiterer Schritt zu einem Hochleistungsteam ist dann zurückgelegt.

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Praxis

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Kennt ihr das? Krakelige Handschrift, krumme Linien und irgendwie anders gemachte als gewollte Überschriften? So sahen meine Whiteboards öfter aus. Das ist jetzt anders.

Als Agile Coach arbeite ich sehr gerne und häufig in Gruppen: Entweder in Entwicklerteams oder mit Führungskräften wie Product Ownern, ScrumMastern und Managern in einem Transitionsteam.

Dabei sehe ich eine wichtige Aufgabe darin, die Gruppenarbeit effizient zu gestalten. Zu einem Meeting gehört ein Ziel, eine ausgearbeitete Agenda und ein passender Zeitrahmen. Wie kann der Moderator die Gruppe darüberhinaus unterstützen?

Ein Teil seiner Aufgabe ist das Festhalten von Gruppenergebnissen. Ein kurzes Fotoprotokoll von Whiteboards, Flipcharts und mehr ist meine übliche Vorgehensweise. Irgendwie war ich in der Rückschau mit der optischen Qualität der Ergebnisse nicht richtig zufrieden.

Es darf ein wenig mehr sein.

Deswegen habe ich mir Mitte des Jahres einen Tag gegönnt, um Neues über Flipchart- und Whiteboard – Illustration zu lernen. Es ist verblüffend, was alles möglich ist, wenn man sich auf ein Thema konzentriert und einen guten Mentor hat. Von Werkzeugen, über Kniffe und ästhetische Gestaltungsregeln waren schöne Impulse dabei.

Alleine die Beschäftigung mit seinen Arbeitsmitteln ist eine Sache, die man doch selten macht in Bezug auf Marker, Stifte, Papier und Hilfsmittel. Warum haben Stifte eigentlich dicke und dünne Seiten, wenn sie keine Rundspitze haben? Was kann man damit machen? Für Techniker wie mich auf jeden Fall eine ungewohnte Materie.

Die letzten Monate habe ich gebraucht, um das neu gelernte zu verinnerlichen und gut anwenden zu können, in der Hoffnung, den Menschen, mit denen ich arbeite, oft eine treffende Visualisierung anbieten zu können, die dabei hilft, zu verstehen, was ich kommunizieren möchte.

Das bisherige Kundenfeedback war positiv, was mich sehr freut. Zu meinem Scrum-Prozessschaubildern und Trainingsinhalten gibt’s also nun eine hübsche Garnitur. Denn das Auge isst ja bekanntlich mit.

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Teamcharta-Vortrag beim Agile Breakfast Konstanz am 24. November 2011

Wenn Projektteams zusammenfinden, treffen unterschiedliche Meinungen, Erfahrungen und Weltanschauungen aufeinander. Dies betrifft sowohl technische Aspekte als auch Organisatorisches.

Wer dies nicht hinreichend berücksichtigt, läuft Gefahr, schwelende und immer wieder neu auflodernde Konflikte zu erleben und mögliche Synergien unter Kollegen zu verhindern. Eine Teamcharta ermöglicht es, Klarheit zu schaffen, bevor Konflikte entstehen.

Um sich auf gemeinsame Konventionen einigen zu können, bedarf es jedoch auch einer guten Methodik. In einem kurzen Exkurs führe ich Sie in die Theorie der Verhandlungsführung bei gegensätzlichen Positionen ein, damit Sie auch in festgefahrenen Situationen einen Konsens finden. Ein Praxisbeispiel vertieft die Theorie des Vortrags.

Ich freue mich über die Einladung der Scrum User Group Bodensee und auf viele Freunde agiler Methoden. Die Teilnahme ist kostenfrei. Kommen Sie doch auch vorbei! Mehr Infos finden Sie hier.

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Faire Leistungsbeurteilung von Mitarbeitern in Scrum Teams

Der 8. Scrumtisch Rhein-Neckar drehte sich rund um die Leistungsbeurteilung von Mitarbeitern. Wir gingen dabei von einer Organisation aus, die klassisch orientierte HR-Modelle einsetzt und nicht vollständig agil handelt, sich also noch auf oder vor dem Weg der Prozessneugestaltung befindet – eine Situation in der viele Unternehmen zur Zeit sind. Dieses Thema wird deswegen auch immer wieder heiß diskutiert.

Wer gibt in agilen Teams an wen Leistungsbeurteilungen heraus? Soll ein ScrumMaster das Team bewerten? Kann das ein Product Owner machen? Gibt es Boni und wenn ja für wen und unter welchen Bedingungen?

Nach einer mehr als einstündigen Diskussion der sieben Teilnehmer ging die Gruppenmeinung zusammenfassend in die nachstehende Richtung, wenn auch keine vollkommene Einigkeit bei dieser komplexen Fragestellung bestand:

  • Boni sind schwierig bis gar nicht sinnvoll zu nutzen, was auch meiner Kenntnis der aktuellen Theorien zur intrinsischen und extrinsischen Motivation von Menschen entspricht. Geld muss möglichst schnell aus den Köpfen der Mitarbeiter verschwinden.
  • Wenn man Boni nutzen möchte, sollten diese überraschend ausgeschüttet und nicht vorhersehbar sein. Ob diese dann für jeden Mitarbeiter monetär sind oder als Sachmittel für Teaminvestitionen zur Verfügung stehen, ist diskussionswürdig.
  • Zielvereinbarungen sind mit Vorsicht zu genießen, wenn sie dem Teamziel entgegenstehen. Es gab im Gespräch Beispiele dazu, wie Einzelzielvereinbarungen zur Beschädigung von Gruppen- und Unternehmenszielen beigetragen haben.
  • Ein Linienmanager kann sich in regelmäßigen Einzelgesprächen und mit Unterstützung von 360°-Feedback sein Bild über die Teamleistung eines Mitglieds machen. Eine Anpassung einer Vergütung oder andere Sachleistungen hängen daneben vor allem natürlich auch von den Bedürfnissen des Mitarbeiters ab.

Die Diskussion zu diesen wichtigen Themen ist damit nicht zu Ende sondern steht viel mehr an einem Anfang, auf den auch Bücher wie Beyond Budgeting und Einflussfaktor Personalmanagement Antworten geben wollen.

Es hilft, zu berücksichtigen, dass sich Systeme nach den Metriken ausrichten, an denen sie gemessen werden. Aus diesem Grund sind dies in Scrum eben nur potentziell auslieferbare Features.

Andere Metriken führen in diesem Kontext häufig zu unschönen Dysfunktionen. Ein Beispiel: Würde man ein Team zum Beispiel an seiner Commitment-Erfüllungsrate messen, entstehen schnell seltsam Phänomene, wie Teams, die bewusst zu wenig Arbeit annehmen, um genug Sicherheit zu haben, ihr Commitment auch in jedem Fall zu halten.

Und wie vergüten Sie Ihre Mitarbeiterleistung angemessen?

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